CD

Flores de Siria heißt das Debutalbum des Innerschweizer Gitarristen und Komponisten Daniel Portmann. Das Titelstück des Flamenco Albums widmet er den kriegsversehrten Kindern aus Syrien.
Die abwechslungsreichen Kompositionen Portmanns verkörpern eine stilistische Fusion zwischen Flamenco, Jazz und Klängen aus dem Nahost, die von Musikern aus Spanien, der Schweiz und Syrien mit Leib und Seele gespielt werden.

Daniel Portmann, als klassischer Gitarrist ausgebildet, hatte sein Herz schon lange an den Flamenco verloren. Doch erst die Begegnung mit dem spanischen Flötisten Juan Manuel Gomez Pons im Jahre 2011 war der Auslöser eine Flamenco Gruppe zu gründen. Zu Beginn übte man zu zweit zu Hause in der kleinen Küche. Im Verlauf der Jahre wuchs das Duo zu einem stolzen Sextett. Die Formation war nun mit zwei Gitarren, Perkussion, Gesang und Tanz fast komplett.

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Im Mai 2014 las Portmann einen Zeitungsartikel über den syrischen Lautenspieler Bahur Ghazi, der zuerst nach Ägypten und später in die Schweiz flüchten musste. In Ägypten war der Meister der Laute an einem Konservatorium tätig und gehörte zu den ganz Grossen in seiner Disziplin. Jedoch im Asylbewerberzentrum Cazis, in der Nähe von Chur begannen seine Künste, wie auch seine Moral durch die Ungewissheit und das jahrelange Warten zu verkümmern. Portmann nahm mit ihm Kontakt auf. Die beiden trafen sich zum Jammen und waren begeistert von der Erkenntnis, dass sich die arabische Laute mit der bestehenden Flamenco Formation zu einem harmonischen Kolorit zusammen setzen liess.

Den Titelsong komponierte Daniel Portmann inspiriert durch die Erzählungen Bahur Ghazis über seine schicksalhaften Erfahrungen in Syrien.

Eine große Bereicherung für Banda Ancha ist der Musiker Juan Manuel Gomez Pons aus Menorca, der sich schon seit Jahren in der Flamenco Szene von Barcelona auskennt und etabliert hat. Der Spanier peitscht die schnellen unisono-Läufe mit grösster Präzision. Im Stück „Si tu te vas“ zeigt er seine Meisterhaftigkeit des Solierens in beeindruckender Weise. Intelligent und verspielt zugleich, spannt der klassisch ausgebildete Musiker, knackige Bögen und zwingt den Zuhörer von Anfang bis zum Schluss zum begeisterten Zuhören (3`50“)

Albert Cases Boquet (“el Gato“) aus Barcelona war ein Glückstreffer. Stieg der Hauptsänger von Banda Ancha kurz vor dem besagten Studio Termin aus, so war Daniel Portmann gezwungen entweder das Projekt an den Nagel zu hängen oder weiter daran zu glauben, dass es zu realisieren möglich sei. Letzteres war der Fall. „El Gato“ wurde auf Grund von Youtube Videos ausfindig gemacht, über Facebook kontaktiert und zwei Tage vor dem Studio Termin eingeflogen. Dass „el Gato“ ein professioneller Sänger war und ausschließlich von Konzerten in Spanien lebt wusste die Band, dass er aber menschlich so gut zu ihnen passen würde, fanden sie erst während den Studio Aufnahmen heraus. „El Gato“ ist ein Vollblut Künstler, der es auf Anhieb verstand sich in die Kompositionen hinein zu fühlen. Seine geschliffene Intonation bei „La noche del Sahara“ ist ein Beweis seines Könnens unter vielen, was nicht zuletzt auch beim Tontechniker ein erhebliches Staunen verursachte. (3`25“)

Lukas Knecht aus Bern, Sohn einer Musikerfamilie, ist auf verschiedensten perkussiven Instrumenten versiert und fügt Klangelemente stilistisch bewusst, als Teil eines Ganzen gekonnt ein. Bei „una Gota de Agua“ wechselt er dem Spannungsverlauf des Stücks entsprechend, zwischen Afrikanischen Schlagtöpfen, Djembé oder Cajòn ab und setzt diese Elemente mit einem hohen Mass an Feingefühl ein. Er leistet dadurch einen wesentlichen Bestandteil, die Dramaturgie spannungsvoll, abwechslungsreich und stringent zu gestalten.

Marius Bürgisser aus Solothurn lebte mehrere Jahre in Andalusien, da er der Kunst des Flamenco-Gitarrenspiels fasziniert anheim fiel. Seither ist in ihm die Leidenschaft dieser kraftvollen Ausdrucksform wie ein Feuer gewachsen und hat ihn nicht mehr losgelassen. Bei Tierra Extraña improvisiert er sowohl würzig, wie auch stimmungsvoll und vereint als ursprünglicher Jazzmusiker zwei Welten. (2`36”)

Die passionierte Tänzerin Sheila Runa Lindauer aus Schwyz begann sich schon in jungen Jahren die komplexen choreographischen Abläufe des Flamenco Tanzes zu verinnerlichen. Sie lebte in Sevilla und hat ihre Kenntnisse an der renommierten Schule “Fundacion Christina Heeren” mit viel Hingabe vertieft. Auf der CD versetzt Sheila Runa das Lied “La noche del Sahara” durch ihre schnellen und rhythmischen Füsse regelrecht in einen wirbelnden Sandsturm. (2`35”)